Die meisten Sahara-Reisen in Marokko enden in den Dünen. Smara dagegen liegt auf einer Hamada: einem hohen, offenen Plateau aus Stein. Über Jahrtausende haben Sonne und Wind die Felsen mit Wüstenlack überzogen, einer dünnen Schicht aus Eisen und Mangan, die sie fast schwarz färbt. Tafelberge, trockene Flussbetten und einzelne Akazien unterbrechen den Horizont, und nach seltenen Regenfällen werden die Wadis für einige Wochen grün.
Dieser dunkle Lack erklärt auch, warum die Provinz zu den großen Felsbildregionen Marokkos zählt. Als frühe Jäger und Hirten eine Figur in den Stein pickten oder ritzten, legten sie das helle Gestein darunter frei, und die Linien sind bis heute lesbar. Im Becken der Saguia el Hamra finden sich Giraffen, Elefanten, Antilopen, Strauße und langhornige Rinder, Tiere einer feuchteren Sahara, dazu jüngere libysch-berberische Zeichen (Tifinagh). Die archäologischen Funde der Provinz reichen von Steinwerkzeugen des Altpaläolithikums bis ins Neolithikum.
Die Stadt selbst gründete Scheich Ma al-Ainin Ende des 19. Jahrhunderts als Ort der Gelehrsamkeit und Karawanenstation. Die Mauern seiner Zawiya und Kasbah stehen noch, und die sahrauische Nomadenkultur, vom gewebten Khaima-Zelt bis zu den drei Gläsern Tee, gehört hier zum Alltag.